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Garten

Seit mehr als 30 Jahren beschäftigen wir uns mit Gärten und Orchideen. Unser Garten hat eine eigene „Handschrift“ und ist aus der Idee entstanden, quasi mit der Landschaft und den Pflanzen zu malen. Natürlich ist das nur teilweise gelungen, gärtnern ist ja auch wahnsinnig schwer!
Trotzdem – man könnte fast alles besser machen, hätte man mehr Zeit, Energie, Schtutz….

 

Orchideen
In zwei Wintergärten pflegen wir eine ziemlich exklusive Sammlung vor allem brasilianischer Naturformen von Cattleya, Laelia, Oncidium und Dendrobium.

Der Garten

Unser Garten baut auf geschnittenem Buchs, Eiben und Buchen auf. Dazwischen wachsen Unmengen verschiedener Stauden, Bäume und Gräser.
Auch nach dieser langen Zeit sind wir lernfähig – das Bild verändert sich laufend. Es ist wie bei der Kunst generell: Je mehr man kann und weiss, desto mehr merkt man, wie wenig man kann / weiss.

2016 der grosse Knall nach vielen Jahren Aufbau: Der Buchs hat den Pilz! Dieser Pilz (Buchsbaumtriebsterben) ist wahrscheinlich der Tod für unsere Buchsbäume. Im Oktober 2016 haben wir darum etwa 15 m3 Buchs ausgebaggert und zu Verbrennung abgeführt. — Anschliessend  aber neu angefangen und in einer Familienaktion wieder etwa 500 Eiben gepflanzt. Ein Teil (ca. 40%) der Buchsbäume steht noch, vor allem die ganz grossen, bis ca 2 Meter. Ehrlich gesagt habe ich aber nicht viel Hoffnung, dass das immer so bleibt. Der Garten sieht jetzt anders aus, es gibt auch Stellen, die eindeutig besser gestaltet sind als mit dem Buchs.

Alles im Garten ist selbst gemacht und gepflegt. Wir gifteln nicht und haben dadurch reichen Besuch von Insekten bis Fuchs und Dachs aus dem nahen Wald.
Auch schon die Show kämpfender Rehböcke (bis auf’s Blut) wurde gezeigt.

Die Bemerkung nach „viel Arbeit“ kennen wir ziemlich gut. Wir fragen allerdings nicht zurück, wieviel Arbeit das Autoputzen und das Töffpolieren gibt, wieviel Schweiss das Stehen im Stau gekostet hat bei der Tour zum Skifahren…..
Logg loo, also nicht zur Zeit das Nötige tun freut Schnecken und Mäuse.

Seit Jahren machen wir einen „Tag der offenen Gartentür“. Da kann kommen, wer will. Der Garten kann aber auch sonst besucht werden. (Bei vorheriger Anmeldung.)  Anmeldung Garten
In speziellen Fällen berate ich auch oder plane einen Garten.

Ich habe viele Pflanzen gerne, aber eine meiner Lieblinge ist Thalictrum delavayi. Wie die kleinen Blüten schweben, mit fast unsichtbarem Stiel …

Bei Rosen gelten 3 Kriterien: Sie müssen nicht gespritzt werden, duften und blühen mehrmals, sonst werden sie gar nicht gepflanzt. Wir haben auch etwa 10 Sorten wilde Rosen, Uuchrut!
Klar hätte ich noch Wünsche. Z. B. mehr Kenntnis von Stauden, oder die richtige Eingebung im richtigen Moment…

Auch Gemüse haben wir, das macht Anita. Zu zweit sind die Diskussionen länger als die Pflanzzeit. Wir sind aber noch nicht verhungert…

Sehr gutes Marronijahr 2016!  Wir ernteten etwa 25 kg Marroni. Die jungen „Spalierbäume mit Edelmarronen gaben zum ersten Mal Nüsse, etwa doppelt so schwer wie die „normalen“. Im November habe ich nochmals zwei gepflanzt. (Sorte „Lyon“ auf „Normale“ veredelt.

 

Frühling 2016: April und Frost!  Zuerst sehr warm, dann 3 Nächte Frost und jede Menge Frostschäden. Kiwi, Platanen, Nussbäume, Reben, Magnolien etc. sind abgefroren. Das haben wir noch nie erlebt! Hoffentlich treiben sie wieder aus. Da es in einem solch grossen Garten immer Areale gibt, die trotzdem gut wachsen, ist das Gesamtbild des Gartens momentan nicht so übel, wie man vermuten könnte.

In der „Galerie“ gibt’s mehr Bilder.

Rheintaler Kolumne  „Garten“

jeweils am Samstag.

 Kolumnen sind  in einem schönen Bildband mit zusätzlich vielen Fotos erschienen!

Informationen finden sie hier.

 

Garten 01 2017

Kokosstreusel auf Rhododenronblättern

 

Am Neujahrsmorgen hat der Frost den Garten und Wald mit Kokosstreusel überzogen. Wenn auch in den Zeitungen und im Netz gestöhnt wird, was man nur mit den vielen Gueztli machen soll, die niemand mehr essen will, der Garten sieht äusserst appetitlich aus. Wäre ich Koch in der Haute-cuisine, der kalte Jahresbeginn brächte Inspiration zuhauf!

Allerdings würde ich Rhododendronknospen nicht auf den Teller bringen, die sind giftig und haben auch ein gewisses halluzinogenes Potential. Was sie und viele Pflanzen aber machen, ist ein genialer Schachzug bei Kälte: Sie rollen ihre Blätter ein.

Ohne Wasser überleben Blätter und Zweige nicht. Das weiss schnell einmal jeder Neuling im Garten, wenn seine Neupflanzungen schlapp werden, weil das Tränken zu aufwändig ist. Wassermangel kann es aber nicht nur im Sommer bei Hitze geben, sondern auch im Winter. Wenn Pflanzensäfte gefrieren ,weil die Temperaturen unter den Gefrierpunkt von Wasser fallen, werden die Zellen nicht versorgt und sterben ab. Oder die Zellen werden gesprengt, da gefrorenes Wasser etwa 9% mehr Volumen hat. Viele Pflanzen machen den Winterstress einfach nicht mit, werfen ihre Blätter im Herbst ab oder verkriechen sich in den Wurzelstock. Wer aber die Blätter im Winter behalten will, muss Strategien entwickeln, wie diese bedrohliche Zeit überlebt wird. Alpenrosen und Rhododendron machen sich klein, sie rollen ihre Blätter auf und verkleinern so die Oberfläche. Dazu haben sie schon im Herbst viel Frostschutz produziert. Zuckerkonzentrat verhindert, dass das Zellwasser schon bei 0° Celsius gefriert, Proteine können sogar Eiskristalle hindern, weiter zu wachsen. Einfach genial!

Der Gartensalbei macht es umgekehrt wie der Rhododendron, er rollt seine Blätter nach oben, die Blüten der Zaubernuss Hamamelis rollen ihre Blütenblätter wie eine Cameleonzunge auf, wenn es ihnen zu kalt wird. Dass sie jetzt dann, etwa Ende Januar zu blühen anfangen, ist bemerkenswert. In dieser kalten Zeit fliegen auch die Insekten, die die Blüte bestäuben. Gäbe es diese in dieser „Unzeit“ nicht, würde die Pflanze nicht im Winter blühen.

Wir machen es ja ungefähr gleich: Wenn wir frieren, die Arme verschränken und uns einkugeln, machen wir unsere Oberfläche auch kleiner. Frostschutz und Zucker produzieren wir allerdings nicht selbst in solchen Situationen, den haben wir über die Festtage in anderer Form dem Körper zugeführt, und das nicht zu wenig.

 

Garten 05 2017

Maria Lichtmess: Neu Schuh, neu Lieb.

 

Lichtmess oder Maria Lichtmess ist ein Fest, das eine Mischung aus jüdischen, römischen, keltischen und christlichen Bräuchen in sich vereint. Früher hiess Lichtmess Maria Reinigung. In der jüdischen Tradition galt eine Frau nach der Geburt eines Knaben 40 Tage als unrein, wenn es ein Mädchen geworden ist, 80 Tage. (Gut Ding will Weile haben …)

Maria Lichtmess war über Jahrhunderte der Kündigungstermin für Knechte, Hausmädchen, Dienstpersonal. Vielfach bekamen die Angestellten als Lohn vom Dienstgeber ein paar neue Schuhe. Neue Stellen brachten neue Beziehungen, darum kursierte der Spruch, der verändert bis heute gilt: Neu Schuh, neu Lieb.

Die Marienverehrung muss im Volk, besonders bei Frauen tief verankert gewesen sein. Massen von Blumenformen, Farben, Merkmalen wurden mit Maria in Verbindung gebracht. Auch wenn viele Namen nicht mehr in Gebrauch sind und versachlicht wurden, wir brauchen immer noch Namen, die aus dieser Volksfrömmigkeit entstanden sind.

Schlösseli, Schlüsselblume, Marias Himmelsschlüssel – Blume! Und ich dachte, der Herr Schlüssel sei Botaniker und habe sie beschrieben und damit seinen Namen verewigt. Ist die Schlüsselblume ein etwas bescheidenes Pflänzchen, die Königskerze oder Marienkerze ist es nicht. Auch sie ist der Schlüssel zum Himmel oder zumindest das Zepter Mariens. Ganze Abhandlungen könnte man über das Gänseblümchen schreiben, Symbol für Marias Bescheidenheit und Reinheit. Da sich am Abend die weissen Blütenblätter schliessen, war es auch ein Bild für arme Seelen, die von Maria beschützt werden.

Die Königslilie, die seit den Ägyptern als Attribut der Herrscher galt, war bis ins Mittelalter heidnisch. Doch dann wurde sie zur Madonnenlilie, Symbol für Reinheit und Stärke. Da aber Marias Jungfräulichkeit betont werden musste, wurde die Lilie meistens ohne Stempel und Staubfäden quasi geschlechtslos dargestellt. Für Künstler galt damals schon: „Wes Brot ich ess, dess Lied ich sing.“

Die Mariendistel (Silybum marianum) hat weisse Flecken auf ihren Blättern. Der Legende nach sollen die entstanden sein, als beim Stillen ihres Sohnes Milch auf die Blätter getropft sei. Eine andere Legende erzählt von „unser lieben Frau Bettstroh“. Labkraut soll das Stroh in der Krippe gewesen sein. Unser lieben Frau Handschuh ( Fingerhut), unser lieben Frau Schuh (Frauenschuh, Orchidee) …

„Gott grüß dich, Akeleie schöne, Maria Jungfrau, wolgetan“,ein bekanntes Lied.

Zur gleichen Zeit aber auch der Ratschlag: „Nimm Akeleie, so einem Mann seine Krafft genommen“.

 

Garten 45 2015

Noch ein Auftritt für den Gartenclown

Über diese Pflanze habe ich schon einmal berichtet. Sie hat im Frühsommer das erste Mal geblüht, mächtige Rosetten gemacht und sicher einen Quadratmeter Garten an der heissesten Stelle bedeckt. Im August habe ich die etwa 1.5 Meter hohen Triebe abgeschnitten. Jetzt, im Spätherbst, hat sie nochmals einen Auftritt. Und was für einer! Die Gartenform in Weiss der Eigentliche Österreich-Königskerze (Verbascum chaixii subsp. austriacum)ist einfach spektakulär und völlig simpel in der Pflege. Es gibt sie gelb oder weiss. Sie ist mehrjährig und hat seifig-saftiges Blattwerk. Die Form der Blüte und ihre Farben sind ein Fasnachtskostüm im immer wieder herbeigeredeten Herbstgrau.
Weil, grau ist es im Garten nicht. Nie! Grau ist vielleicht hie und da der Seelenzustand von Gärtnern mit Herbstblues. Nicht einmal das schöne Grau der Buchen, das man jetzt wieder besser sieht, verströmt Tristesse. Eher nobel wirken sie, dekoriert mit den kleinen Moosflächen oder den dunkel gefärbten Flechten auf ihren Stämmen. Wenn es dann zu regnen anfängt und das Wasser dunkle Streifen auf den Stämmen zeichnet, genügt das „Design“ hohen Ansprüchen. Dabei wirkt die Rinde wie eine gespannte Haut, die über einen muskulösen Körper gespannt ist, mit Wellen, Drehungen, Rundungen. Besonders schöne Exemplare zeigen einen kurzwelligen Wimmerwuchs. Bei Ahorn ist dieses Holz sehr begehrt und wird als Instrumentenbauholz bei Geigen und Gitarren gebraucht. Schönes Holz kostet dann kiloweise etwa so viel wie Silber.
Vielleicht mache ich ja auch nur auf Positiv angesichts der dunklen Monate, die noch kommen. Ich zähle die Wochen, die noch sind, bis es wieder heller wird. Doch immer noch und auch im Winter hat der Garten seine psychohygienische Aufgabe. Es gibt Leute, die räumen den Garten im Hebst ab, dann ist er zu bis im Frühling. Dabei hat er ja nur das Gesicht gewechselt. Die schönen Muster des Frostes sieht man nicht im Sommer. Und vieles mehr.
Wenn auch im Lied „die Blümelein, sie schlafen“ gesungen wird, in der Natur tun sie’s nicht. Zumindest nicht alle. In unserem Garten blüht jeden Monat im Jahr etwas. Von Ananassalbei und Wanzenkraut im November, Zaubernuss im Dezember, Duftender Schneeball im Januar geht’s weiter mit Nieswurz im Februar – dann kommen die Frühblüher. Schauen sie sich einmal die Bäume im Wald oder Garten an! Alle sind schon bereit mit ihren Knospen, bevor der Winter kommt. Tönt etwas pathetisch, ich weiss. Und diese hochneblige Zeit haben sie und ich schon mehrmals durchgestanden. Was heiss hier durchgestanden: Carpe diem!

 

Garten 39 15

Rüebli git schöni Büebli

Wäre ich schön, wenn der Spruch gelten würde!
So ganz ohne ist er aber auch nicht, und Karotten schon gar nicht. Karotten enthalten das Provitamin A, eine Vorstufe des Vitamin A. In vernünftigen Mengen ist es ausserordentlich gesund, wenn man Rüebli roh isst. Beta –Carotin, so heisst der Stoff, wird aber auch anderen Lebensmitteln zugesetzt, wo man es gar nie erwarten würde. Von Käfighühnerfutter über Margarine bis zu Selbstbräunungsmitteln wird der Stoff zugesetzt. Hühnereier haben postgelbe Dotter, die Margarine sieht aus wie Käsereibutter. Wer 3 Wochen Maledivenstrandferien vortäuschen will, im Wahlkampf einen besonders naturverbundenen Typ mimen will oder schon lange wie „Gigi vo Arosa“ die Frauen betören möchte, nimmt Selbstbräunungspillen oder kaut einige Wochen lang täglich einen Bund Rüebli, ohne Kraut versteht sich. Nach 30 – 40 Kilo Rohrüebli hat man dann neben der schönen Haut vielleicht auch sonst die Vital – Wohlfühlzone erreicht und sollte einmal überprüfen, ob nicht die Schneidezähne oben etwas nachgewachsen sind.
Wenn ich so sehe, wie die Gemüsebauern erfolgreich Rüebli in langen Reihen anpflanzen, mit fettem, hohen Kraut könnte man schon eifersüchtig werden. Schon die Ansaat, mit Sand vermischt und das leichte Abdecken der kleinen Körner mit feinster Erde ist ja nicht eine so banale Arbeit wie z. B. Kartoffeln: Loch, Kompost, Kartoffel, zu. Dann war es zu trocken oder zu feucht, der Boden zu hart oder zu wenig krümelig. Schädlinge nagen an den jungen Wurzeln ihre Gänge. Die eh nicht dicken langen Wurzeln spalten sich auch noch auf, nach dem waschen und rüsten sehen sie eher aus wie Nüdeli anstatt prächtig. Zu allem hin fährt noch ein Bauer mit einem Hänger vorbei, randvoll beladen mit Futterrüebli, und ich zähle unsere im Beet. Für den Hausgarten haben wir dieses Jahr bei den Karotten Saatbänder genommen, 3 Sorten gemischt. Ich finde das für uns eine Vereinfachung. Als lauwarmer Salat mit viel Olivenöl mag ich ihn sehr, falls kein Wanzengeschmack vom Koriander drin ist. Rüebli wachsen tief in den Boden, bis etwa 100 cm.
Wenn man Doldengewächse gut unterscheiden kann, sucht man vielleicht auch einmal wilde Möhren. Die riechen auch im Kraut stark nach Rüebli und nicht nach Mäuseurin oder ähnlichem.
Die schönste „Zugabe“ einer auch mittelmässigen Rüeblizucht im Hausgarten ist aber der Schwalbenschwanz. Er ist vielleicht sowas wie in der asiatischen Kultur der Phönix, der Glück in den Garten bringt. Vielleicht bringt weder der Schwalbenschwanz noch der Phönix Glück, aber seine Anwesenheit im Garten macht ein bisschen glücklicher. Möglicherweise.

 

Garten 46 a 2016

Paradiesgarten

Ich habe mit Google-Earth versucht, das Paradies zu finden. In was für einer Sprache auch immer, das Programm findet das Paradies nicht. Eigentlich erstaunlich, hat doch fast jeder Mensch irgendwie etwas von dieser Sehnsucht in sich. Vielleicht findet Google-Earth nichts, weil es etwas Gewesenes ist und man damit kein Werbegeld verdienen kann. Es gibt Archäologen anderseits, die wissen ganz genau, wo das alttestamentliche Gelände war. Adam und Eva wurden daraus vertrieben, als sie sich vom Jäger und der Sammlerin zu sesshaften Ackerbauern mauserten und sündigten, weil sie die Sache selbst in die Hand nahmen … Das soll so ungefähr vor 6000 Jahren gewesen sein.

Unsere, bei den meisten Menschen hier christlich geprägte Vorstellung vom Paradiesgarten weicht da erheblich ab. Aber den Garten Eden gibt es in fast allen Religionen dieser Welt, im fundamentalistischen Islam sind die Aussicht auf das Paradies und die vielen Paradiesjungfern Grund genug, sich dem gegenwärtigen Jihad anzuschliessen, genau wie die christlichen Amokläufer im Spanien des Mittelalters, denen die Aussicht auf das Paradies den Geist verwirrte. Auch viele Sekten basteln damit ein Weltbild, das ins Konzept passt. Dabei sind die Vorstellungen irgendwo zwischen Erlebniszoo und Wellnessoase angesiedelt und in der christlichen Version ziemlich mit Schuld, Sünde, Angst besetzt.

Immer wollten schon Menschen diese Sehnsucht handfest und real verwirklichen. Ein Garten, ein Hortus, ein Parádisos, was nichts anderes bedeutet als „ein begrenzter Bereich“. Das geht dann von Klostergärten über Bauerngärten, die mit Wildzaun geschützt waren bis zu Gärtli mit Gartehäägli und dem entsprechenden Denken. Ich glaube, dass der Traum vom Paradies im jetzigen Leben irgendwie im Menschen selbst verankert ist, auch bei Leuten, die keinen Garten haben.

Mein eigener „Paradiesgarten“ ist momentan höchstens ein Moorbad , das mit viel gutem Willen als Outdoorerlebnisparadies durchgeht. Paradiesisch wie auf alten Bildern sind die Zustände aber nicht, gerade jetzt nach starken Regenfällen und wenig Sonne. Ich kann natürlich diesem schweren, klebrigen Matsch an meinen Sohlen mit grösster Ehrfurcht begegnen, ist er doch irgendwie die Substanz, aus dem ich wurde. Oder zumindest meine Vorfahren. Wenn’s mich dann umhaut und ich die Erde küsse, weiss ich auch, wie das so schmeckt, das Mus, aus dem der Mensch geschaffen wurde. Pflotsch, nasse Kleider, feuchte Schuhe, klamme Finger geben nicht die Stimmung, theologisch-philosophische Gedanken zu pflegen.

Das Paradies kann warten. Mindestens bis im Frühling.

 

Galerie

Garten

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